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Seniorenzahnmedizin - eine Herausforderung für jede Praxis

Unsere Patienten werden älter und behalten immer länger eigene Zähne und aufwändige Versorgungen. Das alternde Gebiss bringt aber auch seine eigenen Risiken mit sich. Multimorbidität und Multimedikation und geringere Belastbarkeit erschweren zunehmend die Behandlung und erhöhen die Bedeutung rechtzeitiger Altersvorbereitung und Krankheitsvermeidung.

Doch auch bei der Prophylaxe ändert sich die Zielsetzung: Bestmögliche Lebensqualität wird mit sinkender Lebensspanne wichtiger als die klassischen orale Präventionsziele. Liegen geistige oder sensorische Einschränkungen vor, müssen diese in der Kommunikation mit älteren Patienten berücksichtigt werden. Auch bei der Mundhygiene ist in solchen Fällen Hilfe durch Dritte nötig (s. unten). Liegen körperliche Einschränkungen bei den Patienten vor, können Praxen hilfreich sein, die barrierefrei gestaltet sind (solche Praxen finden sich z.B. im Verzeichnis der Zahnärztlichen Arbeitsgruppe für Menschen mit Behinderungen in Niedersachsen e.V.). Bei Patienten, die eine gesetzliche Betreuung haben, sind vor der Behandlung auch rechtliche Aspekte zu beachten.

Eine umfassendere Einführung finden Sie im Leitfaden der Bundeszahnärztekammer "Präventionsorientierte Zahnmedizin unter den besonderen Aspekten des Alterns".

Ihre Ansprechpartner vor Ort sind die Referenten für Seniorenzahnmedizin der Bezirksstellen. Deren Aufgabenbereiche sind rechts beschrieben.

Aufsuchende Betreuung

Eine besondere Herausforderung stellt die Betreuung derjenigen dar, die nicht mehr (oder nur mit großem Aufwand) in die Zahnarztpraxis kommen können. Der Gesetzgeber hat für sie einen gesetzlichen Anspruch auf aufsuchende zahnmedizinische Betreuung geschaffen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass auch alle Arten von Behandlung zuhause oder im Heim möglich und verantwortbar wären; hier sind rechtliche Rahmenbedingungen und insbesondere Hygieneanforderungen  zu beachten. Sinnvoll kann es für Behandler sein, den jeweiligen Versicherungsschutz abzuklären, wenn man außerhalb der Praxisräumlichkeiten tätig wird.

Heimbetreuung mit oder ohne Kooperationsvertrag

Die Betreuung von Senioren in Pflegeheimen hat mit der Einführung der Möglichkeit von Kooperationsverträgen eine neue Systematik bekommen. Diese geben einen Vertragsrahmen vor, der Reihenuntersuchung, präventive Betreuung der Patienten und Schulung der Heimmitarbeiter, sowie Organisation von Behandlungen (nicht notwendigerweise auch deren Durchführung), einschließt und mit zusätzlichen BEMA-Positionen hinterlegt ist. 

Zur Betreuung im Rahmen von Kooperationsverträgen finden Sie hier ein Konzept. Bitte beachten Sie auch die darin enthaltenen Formulare. 

Um dem Schulungsbedarf von Pflegekräften und Angehörigen bei der Mundpflege von Senioren Rechnung zu tragen, hat der Ausschuss für Seniorenzahnmedizin verschiedene Schulungsvorträge gesammelt. Diese können Sie als Zahnärzte frei nutzen und nach Ihren ganz persönlichen Ansprüchen zusammenstellen. Wir bitten Sie jedoch, darauf zu achten, immer die Quellenangaben zu nennen, da wir freundlicherweise von verschiedenen Seiten bei der Erstellung der Vorträge unterstützt wurden.

Weitere Patienteninformationen zum Thema Seniorenzahnmedizin finden Sie im Patiententeil unserer Website – auch als Anregungen für Ihre Praxishomepage.

Wenn Sie weitere Hilfestellung suchen, wenden Sie sich an den Referenten für Seniorenzahnmedizin in Ihrer Kreisstelle.

Ansprechpartnerin

Rena Umlandt

Zeißstraße 11a
30519 Hannover

Tel.: 0511 83391-310
Fax: 0511 83391-306
E-Mail: rumlandt@zkn.de