Behandlung von Asylsuchenden

Zahnärztliche Behandlung von Asylsuchenden und Flüchtlingen

 

Die in diesem Jahr stark gestiegene und noch steigende Zahl der Asylsuchenden und Flüchtlinge spiegelt sich in der täglichen Medienberichterstattung. Sie ist eine Herausforderung für staatliche Institutionen, Bürger, aber vor allem für die Asylsuchenden und Flüchtlinge selber.

Bei der zahnärztlichen Behandlung dieser Patienten herrscht aktuell große Unsicherheit, wie Probleme in der Kommunikation und Abrechnung von erbrachten Leistungen gelöst werden können.

Hier möchten wir Ihnen mit ständig aktualisierten Informationen behilflich sein. Informationen, die in Zusammenarbeit mit der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KZVN), der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) erarbeitet wurden. Unser Besonderer Dank gilt der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe, die uns die von ihnen in 15 verschiedenen Fremdsprachen erarbeiteten Patientenfrage- und Anamnesebögen zur freien Verfügung gestellt hat.

Mit Hilfe dieser Bögen können in vielen Fällen mögliche bestehende Sprachbarrieren vor Diagnose und Therapie überwunden und so die zahnmedizinische Versorgung der Flüchtlinge aus den verschiedenen Kriegs- und Krisengebieten vereinfacht werden.

Wichtige Informationen finden Sie auch gesammelt im Informationspaket von KZBV & BZÄK zur Flüchtlingsversorgung nach dem AsylblG. Als Novum sind in dieser Zusammenstellung rechtliche Informationen (u. a. Auszüge aus dem AsylblG ) enthalten. Die ebenfalls im Dokument aufgeführten Unterlagen für Patienten (u. a. "Fragebogen zur Notfallbehandlung bei Sprachbarrieren) in 15 unterschiedlichen Sprachen finden Sie unter den nachfolgend und rechts im Kasten unter "Weitere Informationen" aufgeführten Links.

Diese und weitere Informationen stehen der Zahnärzteschaft in der neu erstellten Rubrik „Behandlung von Asylsuchenden“ auf der Homepage der Zahnärztekammer Niedersachsen unter anderem als PDF-Dateien zum Download und individuellem Ausdruck zur Verfügung.

Gibt es darüber hinaus Informationsbedarf, stehen Ihnen Ihre zahnärztlichen Körperschaften über die üblichen Kommunikationswege gern beratend zur Seite:

KZVN:   Zahnärztliche Beratungsstelle für den Vertrags- und Sonderaufgabenbereich,
            Telefon: 0511 8405-206, E-Mail: service@kzvn.de
ZKN:     Daniela Schmöe, Telefon: 0511 83391-319, E-Mail: dschmoee@zkn.de

 

Nachfolgend finden Sie die aktuellen Informationen der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KZVN) zur Abrechnung der zahnmedizinischen Leistungen für Flüchtlinge und Asylsuchende in Niedersachsen. Diese Informationen stellen immer den aktuell gültigen Stand dar, wie er auch in den Rundschreiben für die KZVN-Mitglieder veröffentlicht ist:

Abrechnung der zahnmedizinischen Leistungen für Flüchtlinge und Asylsuchende in Niedersachsen

Ein Asylbewerber nach § 1 Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) hat Anspruch auf zahnmedizinische Versorgung im Rahmen von §§ 4 und 6 AylbLG. Der Leistungsanspruch von Asylbewerbern ist nach § 4 Abs. 1 AsylbLG eingeschränkt. Der Umfang der Behandlung ist danach auf die Behebung des akuten Krankheits- oder Schmerzzustandes zu begrenzen. Eine Versorgung mit Zahnersatz erfolgt nur, soweit dies im Einzelfall aus medizinischen Gründen unaufschiebbar ist.

In Niedersachsen gilt auch weiterhin, dass jeder Asylbewerber dem Zahnarzt vor Beginn der Behandlung einen vom Kostenträger (Sozialämter der Landkreise/ kreisfreien Städte) ausgestellten Behandlungsausweis vorlegen muss, der zugleich als Abrechnungsschein für die vertragszahnärztliche Behandlung dient. Dieser Zahnbehandlungsschein gilt, wenn nichts anderes vermerkt ist, für ein Quartal. Allerdings hat das Sozialamt die Möglichkeit, die Geltungsdauer zu begrenzen. Bitte beachten Sie daher unbedingt die jeweiligen Angaben des Sozialamtes insbesondere hinsichtlich des Gültigkeitszeitraums. Im Zweifelsfall ist es zu empfehlen, sich zwecks Klärung der Kostenübernahme der Behandlungskosten mit dem zuständigen Sozialamt in Verbindung zu setzen.

Nach Abschluss der Behandlung ist eine BEMA-Rechnung zu erstellen, die zusammen mit dem Zahnbehandlungsschein bei dem zuständigen Sozialamt, das den Schein ausgestellt hat (meist die Stadt oder der Landkreis), zur Abrechnung eingereicht wird.

Nach § 4 Abs. 3 AsylbLG richtet sich die Vergütung nach den im jeweiligen KZV-Bereich mit den Landesverbänden abgeschlossenen Verträgen; dabei bestimmt die Sozialhilfeverwaltung, welcher Vertrag Anwendung findet. Da im Bereich der KZVN mit den Primärkassen für die Leistungsbereiche KCH, PAR und KFBR ein Vertragspunktwert nur für BVG-/SVA-Fälle vereinbart ist, empfehlen wir Ihnen, diesen Punktwert in Höhe von 0,9580 Euro für die Abrechnung der Leistungen für Asylbewerber anzusetzen.

Mit RS 09/2015 hatten wir Sie über die Abrechnungsmodalitäten von Asylsuchenden informiert. Klärungsbedarf bestand noch zur Höhe des anzusetzenden Punktwertes. Die KZVN ist nunmehr mit der AOK Niedersachsen übereingekommen, dass den zuständigen Sozialhilfeverwaltungen für die Abrechnungen der Leistungsbereiche KCH, PAR, KFBR der Vertragspunktwert für BVG/SVA-Fälle mitgeteilt wird.

Ansprechpartnerinnen der KZV Niedersachsen:

  • Birgit Marangi 0511 8405-298
  • Heidemarie Schröer 0511 8405-325
  • Gudrun Homfeld 0511 8405-306

 

Quelle: Rundschreiben der KZV Niedersachsen, Ausgabe 09/2015 und 10/2015

 

 

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